DIY Vintage Sommer-Hemd nähen

Wie ihr vielleicht wisst, stehe ich total auf Vintage- und Secondhand-Kleidung. Im Sommer mag ich besonders gerne diese bunten Männerhemden, vielleicht auch besser bekannt als Hawaii-Hemden. Bereits letzten Sommer habe ich mich daran gewagt, ein Schnittmuster dafür zu entwerfen und mir zwei Hemden aus super coolen Vintage-Stoffen zu nähen. Und da mir der Schnitt so gut gefallen hat, habe ich mir fest für dieses Jahr vorgenommen, ihn noch einmal zu überarbeiten und mit euch zu teilen. Heute ist es endlich soweit und ich kann euch zeigen, wie ihr euch auch so ein Vintage Sommer-Hemd nähen könnt!

Damit ihr das Sommer-Hemd möglichst einfach von zu Hause aus ohne Schnittmuster nähen könnt, nehmen wir als Grundlage einfach ein T-Shirt, dass ein wenig oversized sitzt. Als Stoff würde ich euch einen leichten, fließenden Stoff empfehlen, zum Beispiel Baumwoll-Popeline, Viskose-Leinen oder ähnliches. Ganz wichtig ist natürlich auch ein buntes, sommerliches Muster, was dem Hemd den Vintage-Touch verleiht. Mein Stoff ist von Spoonflower und das Design heißt „Ochre City“ von der Designerin Beshka Kueser (Werbung im Rahmen meiner Botschafterinnen-Tätigkeit für Spoonflower). Ich finde, er versprüht total gute Laune und ich hab mich direkt in ihn verliebt. Deshalb habe ich auch gleich 3 m davon bestellt, von dem aber mindestens die Hälfte noch übrig geblieben ist. Insofern solltet ihr für das Vintage Sommer-Hemd circa 1,5 bis 2 m Stoff einplanen. Dann kann’s auch schon losgehen!

Dieses Material benötigst du:

  • ca. 2 m sommerlichen, fließenden Stoff
  • ein Oversize-T-Shirt zur Vorlage
  • Trickmarker oder Nähkreide
  • Stoffschere oder Rollschneider mit Schneideunterlage
  • Nähgarn in einer passenden Farbe
  • eine Nähmaschinennadel der Stärke 60 oder 70, je nach Stoff
  • Nähclips und/oder Stecknadeln
  • Knöpfe und einen Knopflochfuß für deine Nähmaschine
  • optional: Fransenstopp
  • ein Bügeleisen
  • eine Nähmaschine
  • optional: eine Overlock-Maschine

Schritt 1: Zuschnitt

Für das Rückenteil legst du das einmal in der Mitte gefaltet im T-Shirt auf den im Bruch gefalteten Stoff und umrandest das T-Shirt mit ungefähr 1 bis 2 cm Nahtzugabe. Die Ärmel werden dabei nicht mit angezeichnet, sondern du versuchst, ungefähr den Armausschnitt des T-Shirts nachzuempfinden. Dann schneidest du das Rückenteil aus.

Für das Vorderteil legst du nun das noch mittig gefaltete Rückenteil wiederum auf den Stoff und lässt aber zur Faltkante des Stoffes etwa 5 bis 6 cm Abstand. Diesen Extrastoff brauchen wir nämlich später für die Knopfleiste. Das Ganze wieder umranden und ausschneiden. Das Vorderteil faltest du nun auf und markierst dir die Mittellinie. Jetzt zeichnest du im Abstand von 2 cm eine dazu parallele Linie links der Mittellinie. An dieser Linie schneidest du das Vorderteil auseinander. Die nun etwas kleinere Seite wird die Seite sein, an der die Knöpfe angenäht werden, auf der größeren Seite machen wir die Knopflöcher.

Für die Ärmel kannst du wieder die T-Shirt Ärmel als Vorlage nehmen, machst sie aber deutlich länger und breiter (außer dein T-Shirt ist wirklich sehr oversized, auch an den Ärmeln, dann kannst du dich daran orientieren). Du zeichnest die Ärmel wieder im Bruch mit der Oberseite der Ärmel an der Faltkante auf. Zeichne oben am Ärmel-Schnittteil, wo es mit dem Rumpf verbunden wird, eine geschwungene Linie, wie du es auf dem rechten Foto siehst. Miss mit einem Maßband den Armausschnitt deines Rück- bzw. Vorderteils nach. Die geschwungene Linie am Ärmel-Schnittteil sollte genauso lang sein. Schneide zwei Schnittteile aus.

Für den Kragen zeichnest du im Stoffbruch zwei 26 cm lange parallele Linien im Abstand von 6 cm. An der Seite, die nicht im Bruch liegt, rundest du diese ab (sh. Foto rechts, die beiden oberen Schnitteile). Den Kragen schneidest du zweimal aus. Für den Steg des Kragens zeichnest du im Stoffbruch zwei 28,5 cm lange parallele Linien im Abstand von 4 cm. Diese werden ebenfalls an der Seite, die nicht im Bruch liegt, abgerundet (sh. unten im rechten Foto). Von den Stegen brauchst du ebenfalls zwei. Den Kragen habe ich nicht spezifisch an mein Schnittmuster angepasst, denn man kann den Stoff am Rücken einfach in zwei Falten legen, dann passt der Kragen um den Halsausschnitt und das Hemd fällt hinten auch schöner. Alternativ kannst du dir also auch im Internet ein kostenloses Schnittmuster für einen Kragen suchen und dieses verwenden.

2. Das Hemd zusammennähen und säumen

Jetzt geht’s auch schon ans Zusammennähen. Dazu verschließen wir zuerst einmal rechts auf rechts die beiden Schulternähte mit der Overlock oder einem Versäuberungs-Stich an der Nähmaschine. Anschließend werden die Ärmel-Schnittteile an den Armausschnitten befestigt. Zuletzt steckt ihr die Ärmel unten sowie die Seiten des Hemds zusammen und näht alles mit einer Naht zu. Die Nähte glattbügeln. Damit steht das Grundgerüst des Vintage Sommer-Hemds auch schon!

Nun schlägst du die Ränder der Ärmel zweimal um 1,5 cm nach innen ein, bügelst die Kante fest und steckst sie mit Stecknadeln ab. Mit einem Geradstich nähst du an der Innenkante des Umschlags entlang.

Die offene linke Seite des Hemds (die um ein paar Zentimeter schmaler ist) schlägst du nun ebenfalls zweimal um 1,5cm nach innen ein, wieder festbügeln, abstecken und an der Innenkante festnähen.

Auf der rechten Seite schlägst du den Stoff nun zweimal um 3,5 cm nach innen ein und nähst diesmal sowohl an der Innenkante, als auch an der Außenkante einmal mit Geradstich entlang.

3. Den Kragen nähen

Die beiden Schnittteile des Kragens werden rechts auf rechts aufeinander gelegt und mit einer Nahtzugabe von 0,5 cm mit einem relativ engen Geradstich zusammengenäht. Die Oberseite des Kragens (also die, an der nicht die Rundung ist) wird dabei offen gelassen. Dann das Ganze auf Rechts drehen, die Kanten schön ausformen und bügeln (Foto rechts). Die beiden Schnittteile für den Kragensteg werden nun von beiden Seiten kommend rechts auf rechts auf die offene Seite des Kragens gelegt (Foto rechts mittig). Der Kragensteg wird inklusive Rundungen an der Seite, die an den Kragen gesteckt ist, geschlossen – hier ebenfalls nur mit 0,5 cm Nahtzugabe. Anschließend den Steg umstülpen und auf rechts bügeln (Foto links mittig).

Eine der noch offenen Seiten des Kragenstegs um 0,5 cm nach innen bügeln, die andere Seite rechts auf rechts um den Halsausschnitt des Hemds stecken. Dabei startest du am besten von beiden Seiten und arbeitest dich zur Mitte des Rückens vor. Überstehenden Stoff kannst du hier in zwei Falten legen. Einmal festnähen und dann die andere Seite des Kragenstegs über den noch offenen Halsausschnitt legen, feststecken und von außen mit einem Geradstich knappkantig festnähen.

4. Die Knopfleiste nähen

Nimm nun passende Knöpfe zur Hand und platziere sie so, wie du sie später haben möchtest. Bei mir haben 5 Knöpfe im Abstand von 10 cm Sinn gemacht. Einen davon habe ich oben auf dem Kragensteg platziert. Zeichne dir die Stellen, an denen die Knöpfe sitzen sollen, mit Trickmarker oder Kreide an und übertrage die Markierungen auf die Leiste für die Knopflöcher (die breitere). Nähe anschließend entweder mit der Hand oder mit der Nähmaschine (Zick-Zack-Stich mit Stichlänge auf 0 und Stichweite je nach Abstand der Löcher im Knopf) die Knöpfe fest. Mit einem Knopflochfuß kannst du nun mit der automatischen Knopflochfunktion, die normalerweise jede Nähmaschine haben sollte, an den Markierungen Knopflöcher setzen und diese mit dem Nahtauftrenner öffnen. Die offenen Stellen habe ich noch mit Fransenstopp versiegelt.

Und schon ist das DIY Vintage Sommer-Hemd auch schon fertig – das war doch gar nicht so schwer zu nähen, oder? Ich hoffe, die Anleitung hat dir gefallen und du hast alles gut verstanden. Falls doch noch Fragen offen sind, melde dich gerne auf Instagram bei mir oder schreib mir per Mail. Ansonsten freue ich mich, wenn du mir dein fertiges Vintage Sommer-Hemd zeigst oder mich auf Instagram verlinkst!

Noch mehr Sommerkleidung gefällig? Dann schau doch mal bei meinem Sommerkleid aus Bamwollbatist vorbei!

Auf einen wunderbaren Start in den Sommer,

Ein Kommentar zu „DIY Vintage Sommer-Hemd nähen

  1. Liebe Antonia,
    Das Hemd ich suuuper süß geworden 😍 ich muss sagen, ich habe mich immer davor gedrückt, Kleidung zu nähen, da man ja meist Stoffe mit Elastan oder Jersey oder ähnliches verwendet und ich da etwas Respekt habe… 😬 Welchen Stoff hast du denn verwendet?
    Liebe Grüße,
    Susi von pastellpink

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