Meine 4 liebsten Naturkosmetik-DIYs

Ein weißer Teller mit vier Seifen, in die getrocknete Pflanzen eingeschlossen sind steht dekoriert mit Ähren und Scharfgarbe auf einem Terrazzo-Untergrund.

Über die letzten beiden Jahre habe ich ganz viel in Sachen selbst gemachte Naturkosmetik ausprobiert und getestet. In diesem Beitrag möchte ich nun eine Art Resümee ziehen und euch meine vier liebsten Rezepte zusammenstellen von Kosmetik, die ich nach wie vor unglaublich gerne benutzte und immer wieder nachproduziere. Die Rezepte sind schnell und einfach nachzumachen und für die meisten davon benötigt man sehr ähnliche Zutaten, sodass eine einmalige Anschaffung sich lohnt.

Das besonders Schöne an selbst gemachter Naturkosmetik ist für mich, dass sich die Inhaltsstoffe auf ein Minimum reduzieren und ich ganz genau weiß, was ich mir auf die Haut schmiere. Bei vielen Kosmetika ist die Inhaltsliste so lang und unübersichtlich, dass man überhaupt keinen Überblick mehr hat. Naturkosmetik selbst herzustellen, macht für mich aber auch nur dann Sinn, wenn der Nutzen gegenüber gekauften Produkten ungleich größer und die Kosten niedriger sind. Meine Devise ist also: wenn ich etwas leicht mit wenigen, meist günstigen Zutaten selbst zusammenmischen kann und es dann auch noch den gewünschten pflegenden Effekt erzielt, stellt es eine gute Alternative zu gekauften Pflegeprodukten dar!

Hier kommen also meine Top 4 der DIY-Naturkosmetik:

1. Festes Haarshampoo

  • 50g Kakao- oder Sheabutter
  • 100g pflanzliches Tensid = waschaktiver Stoff (SLSA – Sodium Lauryl Sulfoacetate)
  • 100g Speisestärke
  • ätherisches Öl (optional)
  • Lebensmittelfarbe / Kurkuma (oder ähnliche natürliche Farbstoffe)
  • Silikonförmchen

ACHTUNG! Bitte tragt Mundschutz, wenn ihr das pflanzliche Tensid unter die Zutaten mischt. Der Staub sollte nicht eingeatmet werden. Wenn alle Zutaten vermengt sind, besteht keine Gefahr mehr.

Hinweis: Das Tensid SLSA könnt ihr normalerweise in der Apotheke oder online bekommen. Keine Sorge – das ist ein ganz natürlicher, waschaktiver Stoff, der aus den Fettsäuren der Kokosnuss gewonnen wird. Es ist ein milder und gut biologisch abbaubarer Stoff, der sich deshalb gut für die Körperpflege eignet.

Schmelzt die Shea- oder Kakaobutter im warmen Wasserbad. Nun können alle weiteren Zutaten untergemischt werden. Verknetet den Teig am besten mit den Händen zu einer homogenen Masse. Versucht das Vermischen und Verkneten so kurz wie möglich zu halten, sonst kann es sein, dass die Masse nicht mehr schön geschmeidig ist, sondern mit dem Erkalten sehr bröselig wird.

Drückt jeweils einen Teil der Masse in ein Silikonförmchen und streicht die Oberseite glatt. Die Förmchen über Nacht aushärten lassen, dann können die Haarshampoo-Bars entnommen werden.

Anwendung: Die Shampoo-Bars direkt in kreisenden Bewegungen über die nassen Haare reiben, bis sich genug Schaum gebildet hat. Anschließend die Haare ganz normal einshamponieren und ausspülen. Da die Shampoo-Bars mit einem Tensid waschen, bilden sie nicht – wie Haarseife – eine wachsartige Schicht auf den Haaren, sodass man die Haare auch nicht mit einer Rinse aus z.B. Apfelessig nachspülen muss. Durch die Sheabutter werden die Haare gut gepflegt und mit Feuchtigkeit versorgt.

2. Handseife

  • einen Block Glycerin-Rohseife
  • (Silikon-)Förmchen
  • ätherische Öle
  • getrocknete Blüten, Orangenschalen, Kaffeesatz, …

Schneidet den Block Rohseife in kleinere Stücke und setzt ein Wasserbad auf. Gebt die Rohseife in einen Topf oder eine Schüssel im Wasserbad und wartet, bis sie geschmolzen ist. In die geschmolzene Seife können ca. 20 Tropfen ätherisches Öl gegeben werden, des variiert jedoch, wie viel Rohseife ihr nutzt. Für 7 Seifen benötigt ihr ca. 400 – 500 g.

Während die Rohseife schmilzt, könnt ihr schon die Silikonförmchen vorbereiten und getrocknete Blüten, Kräuter, Orangenschalen oder ähnliches hineinlegen. Anschließend diese einfach mit der flüssigen Seife übergießen und aushärten lassen.

3. Lipbalm

  • 2 EL Kokosöl
  • 2 EL Sheabutter
  • 1 EL Bienenwachspastillen
  • optional einen alten Lippenstift
  • kleine Metalltiegel

Das Kokosöl, die Sheabutter und die Bienenwachspastillen in ein Gefäß geben und im heißen Wasserbad schmelzen lassen. Optional kann auch ein Stück Lippenstift (ca. 1/4 TL) mitgeschmolzen werden, damit der Lipbalm einen Hauch von Farbe bekommt.

Alles gut mit einem Holzstäbchen oder Löffel verrühren und in flüssiger Form in die Tiegel abfüllen. Anschließend aushärten lasen und schon ist der Lipbalm einsatzbereit!

Zur Anwendung kann entweder der gesamte Tiegel an die Lippen gehalten werden, denn durch die Wärme der Haut schmilzt die oberste Schicht des Lipbalm und bleibt an den Lippen haften. Alternativ kann auch mit der Fingerspitze einen kleine Menge aus dem Tiegel entnommen und auf den Lippen verteilt werden.

4. Deocreme

  • 3 EL Kokosöl
  • 2 EL Natron
  • 2 EL Speisestärke
  • 10 Tropfen ätherisches Öl (optional)
  • ein Glas / Metalldose

Das Kokosöl im heißen Wasserbad schmelzen lassen und in das flüssige Öl das Natron, die Speisestärke und das ätherische Öl geben. Alles mit einem Teelöffel oder Holzstäbchen gut verrühren und in ein Glas oder eine Dose abfüllen. Vor dem Gebrauch vollständig erhärten lassen.

Anwendung: Mit der Fingerspitze eine erbsengroße Menge aus dem Behälter nehmen und den Achseln verteilen. Dann am besten kurz warten, bis es getrocknet / eingezogen ist, sonst können sich vom Kokosöl unschöne Flecken auf der Kleidung bilden.

Verträglichkeit: Falls eure Haut zu Reizungen neigt oder ihr Deo häufig auf frisch rasierten Achseln verwendet, würde ich euch empfehlen, das ätherische Öl wegzulassen oder die Verträglichkeit erst einmal an einer kleinen Hautstelle zu testen. Aber auch ohne ätherisches Öl duftet die Deocreme wunderbar nach Kokosöl!

Wie hat euch diese Zusammenschau gefallen? Habt ihr selbst schon einmal Pflegeprodukte hergestellt? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

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