DIY-Anleitung: Socken stricken für Anfänger*innen

🕖 Dauer: ca. 12 h für 2 Socken | 🧶 Schwierigkeitsgrad: einfach (Grundkenntnisse im Stricken erforderlich)

In meinem neuen Blogbeitrag geht es um eine spannende DIY-Anleitung: Socken stricken für Anfänger*innen! Wenn du schon immer mal Socken stricken lernen wolltest, und dich aber die vielen unterschiedlichen und komplizierten Anleitungen im Internet abgeschreckt haben, dann bist du hier genau richtig. Alles einfach erklärt und in einem Blogbeitrag aufbereitet, den du einfach nur der Reihe nach durchgehst und der (hoffentlich) alle deine Fragen zum Sockenstricken beantwortet – ansonsten gehe ich gerne auf deine Fragen noch in der Kommentarspalte ganz unten ein.

Ich zeige dir, wie ich immer Socken stricke, was ich mir selbst durch das Schauen unzähliger YouTube-Videos und Lesen verschiedener Blogs, angeeignet habe. Das heißt, die Ideen und Anleitungen hier sind natürlich nicht neu und nicht von mir erfunden, sondern ich habe mein gesammeltes Wissen zusammengetragen und in einen Beitrag gepackt. Besonders gut fand ich dabei die Anleitungen von Sockshype, die ich hiermit als teilweise Quelle dieser Anleitung nennen möchte.

Sockenstricken ist vielleicht ein etwas angestaubtes Thema, aber ich habe meine Liebe dafür entdeckt und finde Stricken allgemein super entspannend. Und natürlich liebe ich einfach diese kuscheligen, bunten Socken, denn ich als kleine Frostbeule bin immer auf der Suche nach etwas, das mich ein wenig wärmer hält. Lass uns also das Sockenstricken raus aus seinem alten Image holen und dem Ganzen mit frischem Wind entgegentreten!

Solltest du dir bei irgendwas unsicher sein, schau dir doch gerne auch meine Video-Anleitung auf YouTube an.

Inhaltsverzeichnis:

DIY-Anleitung: Socken stricken für Anfänger*innen - die bunten selbst gestrickten Socken werden getragen gezeigt und man sieht ein gelbes Sofa und lila Hosenbeine

Benötigte Materialien

Option 1: Klassische Sockewolle

Es gibt unterschiedliche Wolle, um Socken zu stricken, die natürlich ganz von deinen persönlichen Präferenzen abhängt. Es gibt die klassische Sockenwolle, die meistens aus Schurwolle oder einem Schurwolle-Polyamid-Gemisch besteht. Da es sich dabei um den „Standard“ in Sachen Socken Stricken handelt, gibt es diese in vielen tollen Farben und auch als Farbverlaufsgarn. Man muss sich dann gar nicht mehr um das Sockenmuster kümmern und ständig Faden wechseln, sondern kann einfach durchstrecken und hat am Ende tolle, bunte, gestreifte, gemusterte etc. Socken. Allerdings finde ich persönlich, dass (v.a. je höher der Polyamid-Anteil ist) darin die Füße echt schnell zu schwitzen anfangen bzw. die Schurwolle einfach auch sehr kratzig zu tragen ist. Ich trage daher immer noch ein paar dünne Baumwoll-Socken darunter, und nutze diese Socken wirklich eher als Kuschel- als als Alltagssocken.

Option 2: Bambuswolle

Es gibt sicher viele Alternativen zur klassischen Sockenwolle. Eine, die ich bislang ausprobiert habe und absolut begeistert davon bin, ist Wolle mit hohem Bambusanteil. Diese lässt sich auch wunderbar zu Socken stricken und ist wunderbar weich, fließend und leicht glänzend – sie fühlt sich fast schon seidig an. Ich habe sie sowohl doppelt als auch einfach zu Socken gestrickt und finde beide Varianten super. Die doppelt genommene Variante entspricht am ehesten den Kuschelsocken, die andere kann ganz normal als Alltagssocken getragen werden. Neben dem weichen und angenehmen Tragegefühl schwitze ich darin auch nicht so und ich habe das Gefühl, sie sind viel atmungsaktiver. Ein Nachteil ist, dass es diese Wolle leider bislang nicht in so einer großen Farbauswahl gibt. Ein anderer Nachteil ist, dass das Garn sehr rutschig ist und in die einzelnen Stränge „zerfällt“, sodass man echt aufpassen muss, bei jeder Masche alle Stränge zu erwischen – gerade beim Stricken mit zwei Fäden war das eine kleine Herausforderung. Möglicherweise hilft es hier auch, andere Nadeln zu nehmen, die nicht so rutschig sind.

Nadeln

Ich persönlich stricke Socken mit dem Nadelspiel, daran habe ich mich gewöhnt und es fällt mir nicht schwer. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, z.B. mit Rundstricknadeln mit der Magic Loop Methode, hier findet ihr eine Anleitung dazu. Ich stricke mit Stricknadeln der Stärke 3 aus Holz – am liebsten nutze ich Cubics, d.h. keine runden, sondern kantigen Stricknadeln.

Größen

Ich habe euch hier einmal eine Tabelle von Butinette eingefügt, an der ihr euch ungefähr orientieren könnt. Alle Angaben, die ich meinerseits in diesem Beitrag mache, beziehen sich auf eine Größe 39/40. Klar ist die Tabelle hier eine Orientierung, aber am besten macht ihr auch erst mal eine Maschenprobe, denn wenn ihr lockerer oder fester strickt, kann es sein, dass ihr abweichende Zahlen verwenden müsst.

Quelle: https://basteln-de.buttinette.com/shop/inspiration/produktinfos/groessentabelle-socken-stricken
Quelle: https://basteln-de.buttinette.com/shop/inspiration/produktinfos/groessentabelle-socken-stricken

Bündchen & Schaft stricken

Für mein Bündchen für Socken in der Größe 39/40 schlage ich 49 Maschen an, d.h. eine mehr, als wir brauchen. Ich persönlich schlage die Maschen immer auf zwei Nadeln an und teile sie anschließend auf das Nadelspiel auf. Natürlich könnt ihr auch direkt auf jede Nadel 12 Maschen anschlagen und die letzte 13. Ich lasse außerdem das Fadenende etwas länger, um es in der ersten Reihe mitzustricken.

Wenn ich nun mit der 1. Reihe beginne, ziehe ich die 13. Masche der letzten Nadel auf die erste und stricke die beiden rechts zusammen. So hat man einen schönen Übergang der 1. Runde.

Die 1. Reihe stricke ich komplett rechts. Ich stricke dabei den Arbeitsfaden und das Fadenende zusammen. Beides zusammen ergibt nach meiner Erfahrung einen schöneren Abschluss der Socken oben. Nun wird das Bündchen 2 rechts 2 links in 15 Reihen (inkl. der 1.) gestrickt – passt gerne an, wie ihr es möchtet.

Nach dem Bündchen folgt der Schaft. Diesen stricke ich in 35 Reihen glatte rechts. Auch den Schaft könnt ihr natürlich nach euren Vorstellungen länger oder kürzer machen.

Ferse stricken

Für die Ferse werden 2 Nadeln stillgelegt und ich stricke die Maschen der beiden anderen Nadeln auf eine Nadel zusammen. Wir stricken jetzt ein Stück glatt rechts nach unten – d.h. wir kehren nach jeder Reihe um. Hinreihen werden rechts gestrickt, Rückreihen links. Die erste Masche der linken Rückreihen wird immer rechts gestrickt. Ich stricke in 20 Reihen glatt rechts nach unten. Die letzte, 20. gestrickte Reihe sollte eine linke Reihe sein.

Jetzt stricken wir den unteren Teil der Ferse. Die rechten Maschen liegen vor uns.

Reihe 1: Bis zur Mitte rechts stricken (=12), 1 rechts, 1 abheben, 1 rechts, die abgehobene Masche über die letzte rechte Masche ziehen, 1 rechts, wenden. Es hat sich eine Lücke bei der abgehobenen Masche gebildet.

Reihe 2: 1. Masche zum Linksstricken abgeben (d.h. von oben in die Masche einstechen und abheben), 3 links, 2 links zusammenstricken, 1 links, wenden. Es hat sich eine Lücke bei den zusammengestrickten Maschen gebildet.

Reihe 3: 1. Masche zum Linksstricken abheben, rechte Maschen bis 1 vor der Lücke, die Masche vor der Lücke abheben, die Masche nach der Lücke rechts stricken, die abgehobene Masche über die letzte rechte Masche ziehen, 1 rechts, wenden.

Reihe 4: 1. Masche zum Linksstricken abgeben, linke Maschen bis 1 vor der Lücke, die Masche vor und die Masche nach der Lücke links zusammenstricken, 1 links, wenden

Reihe 3 und 4 werden anschließend so lange wiederholt, bis die Lücke ganz nach außen gewandert ist und nicht mehr zu sehen ist. Ich habe jetzt 14 Maschen auf der Nadel.

Wir bauen nun unser Nadelspiel wieder auf und nehmen dazu die Randmaschen des Rückteils der Ferse auf. Wir sehen an beiden Seiten dieses Rückteils je 10 „Perlen“. Diese wollen wir nun aufnehmen. Zusätzlich nehme ich am Übergang zwischen stillgelegten Nadeln und Rückteil der Ferse in der „Ecke“ zwei Maschen auf, die wir später wieder zusammenstricken, denn sonst entsteht hier häufig ein kleines Loch.

Ich gehe also folgendermaßen vor, um die Maschen wieder gleichmäßig auf alle Nadeln zu verteilen: Auf die stillgelegten Nadeln nehme ich jeweils nach außen hin zwei Maschen aus der Ecke auf sowie die beiden ersten Perlen. So habe ich erst einmal auf diesen beiden Nadeln 16 Maschen

Jetzt sind auf meiner „Fersenstricknadel“ noch 7 Maschen. Auf meine 5. Stricknadel nehme ich die 8 Perlen auf der anderen Seite der Ferse auf und mein Arbeitsfaden liegt nun zwischen Fersenstricknadel und 5. Stricknadel (sh. Foto links). Ich stricke jetzt die 7 Perlen von der Fersenstricknadel rechts auf die 5. Stricknadel, sodass die Fersenstricknadel frei wird. Somit ist das Nadelspiel wieder aufgebaut.

Jetzt stricke ich glatt rechts eine komplette Runde. In der nächsten Runde stricke ich an beiden Ecken, an denen die Ferse ansetzt, die doppelt aufgenommenen Maschen rechts zusammen, sodass nun auf jeder Nadel 15 Maschen sind.

Jetzt kann der Fuß ganz normal glatt rechts gestrickt werden, für eine Größe 39-40 habe ich in 55 Reihen gestrickt. Ihr könnt die Socke zu diesem Zeitpunkt aber auch einfach mal anprobieren und schauen, wie viel ihr noch braucht. Die Spitze wird in unangezogenem Zustand ca. 5 cm breit sein.

Spitze stricken

Reihe 1: 1 rechts, 1 links, rechte Maschen bis auf die letzten 2 auf der Nadel, diese 2 Maschen links zusammenstricken

Reihe 2: glatt rechts

Reihe 3: 2 rechts, 1 links, rechte Maschen bis auf die letzten 2 auf der Nadel, diese 2 Maschen links zusammenstricken

Reihe 4: glatt rechts

Reihe 5: 3 rechts, 1 links, rechte Maschen bis auf die letzten 2 auf der Nadel, diese 2 Maschen links zusammenstricken

Reihe 6: glatt rechts

… usw., bis die eine linke Masche bis ganz nach links gewandert ist. Das nochmal mit 1 Reihe glatt rechts abschließen.

Jetzt stricken wir auf jeder Nadel in jeder Runde die letzten beiden Maschen links zusammen – ohne zwischen noch glatt rechte Reihen einzufügen – bis auf jeder Nadel nur noch 2 Maschen sind.

Nach und nach ketten wir alle übrigen Maschen über die 1. Masche ab. Dh. wir ziehen nach und nach jede Masche über diese darüber. Anschließend können wir den Faden der 1. Masche durchziehen und abschneiden. Ich vernähe diesen jetzt mit einer Häkelnadel und ziehe ihn noch einige Male quer über das Loch vorne an der Spitze, sodass es auch zu bleibt. Dann ziehe ich den Faden nach innen in die Socke, verknote und vernähte ihn dort nochmals.


Das war’s auch schon mit dieser DIY-Anleitung zum Thema Socken stricken für Anfänger*innen! Ich hoffe sehr, ich konnte dich damit genauso fürs Sockenstricken begeistern, wie mich selbst. Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren Feedback zu dieser Anleitung gibst und deine Ergebnisse auf Instagram mit mir teilst.

2 Kommentare zu „DIY-Anleitung: Socken stricken für Anfänger*innen

Kommentar verfassen