Um Bienenwachstücher ist in letzter Zeit ein richtiger Hype entstanden. Und das leuchtet mir auch schon ein: statt Brotbeutel aus Papier oder Plastik kann man Beutel aus Wachstüchern nehmen, man kann mit Wachstüchern offene Behältnisse abdecken, statt zur Klarsichtfolie zu greifen. Das sind wohl die beiden häufigsten Andwendungsbereiche, die ich auf Pinterest & Co. finden konnte. Das Bienenwachs „imprägniert“ quasi den Stoff und er nimmt somit keine Flüssigkeit oder kein Fett auf.
Da ich ja eh gerade alles, was mit Nachhaltigkeit und Zero Waste zu tun hat, gierig aufsauge, hat mich also die Sache mit den Bienenwachstüchern schon länger gefuchst. Daher habe ich mir letztens endlich Bio-Bienenwachspastillen gekauft und mein erstes Wachstuch war schon mal ein großer Fail.
Das lag an zwei Umständen: erstens sind die Pastillen ja gelb und ich habe sie auf einem blau-weiß gestreiften Stoff ausprobiert, sodass das Weiß nicht lange weiß blieb. Dazu kam, dass ich das Tuch, wie ich es gelesen hatte, mit den Pastillen in den Ofen geschoben hatte, diese aber nicht richtig gut verliefen beim Schmelzen und so ein hässliches gelbes Fleckenmuster auf meinem Stoff entstand.
Das ließ ich nicht auf mir sitzen und holte mein Bügeleisen zur Hand. Ich füllte das fleckige Muster mit weiteren Wachspastillen – und siehe da, mit dem Bügeleisen funktionierte es viel besser. Das Tuch war also gerettet und so kann ich euch jetzt meine Vorgehensweise vorstellen:
Material für die Bienenwachstücher
- Baumwollstoff
- 2 Backpapierzuschnitte
- Bienenwachspastillen
- Bügeleisen
Lege ein Stück des Baumwollstoffs auf ein Stück Backpapier und verteile nach Gefühl Bienenwachspastillen darauf. Falls du beim Bügeln merkst, du brauchst mehr Pastillen, kannst du jederzeit nachlegen.
Lege nun das zweite Stück Backpapier auf den Stoff und lass die Pastillen unter dem Bügeleisen schmelzen, indem du es ganz langsam über den Stoff führst. Sind alle Pastillen geschmolzen, bügle noch einige Male über den ganzen Stoff, um das Wachs gut zu verteilen.
Nimm den Stoff heraus und schwenke ihn ein paar Mal durch die Luft, sodass er abkühlt. Das Wachs wird sehr schnell fest. Du kannst jetzt mal den Test machen: lasse Wasser über den Stoff laufen – perlt es ab, hast du alles richtig gemacht.
Kommen wir nun zu den Brotbeuteln. Dafür benötigst du:
- 2 Stücke Bienenwachstuch (Größe nach Belieben – A4 oder A3 sind gute Formate)
- Nähmaschine
- Faden
- Stecknadeln
Schlage zuerst bei beiden Tüchern die Oberkante zweimal ein und nähe diese mit Zickzackstich fest.
Nun legst du die beiden Tücher mit der Außenseite nach innen aufeinander und nähst diese auf drei Seiten, außer der, die wir gerade gesäumt haben, zusammen.
Forme nun einen rechteckigen Boden, bei dem die unter Näht in der Mitte liegt und seitlich zwei überstehende rechtwinklige dreieckige Flächen entstehen. Ziehe eine (imaginäre) Linie an der Unterseite des Dreiecks und stecke diese ab.
Nähe an den beiden gerade abgesteckten Kanten entlang und schneide knapp über der Naht ab. Der Stoff kann nicht mehr auffransen durch die Wachsschicht.
Stülpe den Beutel nun um, forme die Ecken schön aus und rolle ihn von oben her ein – dann ist er eigentlich auch schon gut verschlossen. Um sicher zugehen, kann man das Eingewickelte auch noch mit einer Klammer verschließen.
Viel Spaß beim Nachbasteln!

