DIY Vintage Oversize Hemd / Shaket nähen

Ich fühle es – dieses Jahr wird krass! Ich bin ja letztes Jahr schon so richtig mit dem Nähen durchgestartet und möchte in diesem Jahr über mich hinauswachsen. Deshalb habe ich 2021 gleich mal mit einem richtig tollen Projekt begonnen und ein Oversize-Hemd genäht – auch „Shaket“ genannt, wie ich herausgefunden habe. Das ist gerade scheinbar voll im Trend –  ich finde es einfach super gemütlich und gleichzeitig ist es auch nicht zu leger. Dabei habe ich den Schnitt von einem anderen Oversize-Hemd, das ich bereits besitze, kopiert und mir aus verschiedensten Stoffen ein Neues zusammengestückelt. Wer mir auf Instagram oder TikTok folgt, konnte es auch schon bewundern und mich ein wenig bei meinem Prozess begleiten.

Und schon beim Nähen dachte ich mir: wenn das gut wird, dann muss ich es irgendwie hinbekommen, ein Schnittmuster mit euch zu teilen! Ich muss nämlich dazu sagen, dass ich eigentlich keine Ahnung vom Schnittmuster-Erstellen habe, geschweige denn eine gelernte Schnitttechnikerin bin. Ich habe hin und wieder auf meinem Blog Schnittmuster für kleinere Projekte wie ein Federmäppchen oder einen Bucket Hat hochgeladen. Aber Kleidung ist dann doch nochmal etwas ganz Anderes!

Naja, irgendwie habe ich es also nach ungefähr 10 Stunden Arbeit hinbekommen, mein Schnittmuster zu digitalisieren. Dann wäre ich fast noch daran gescheitert, das A0-Format in druckbare A4-Blätter zu unterteilen. Schließlich hat es aber alles geklappt und somit kann ich euch jetzt zeigen, wie ihr mein DIY Vintage Oversize Hemd selbst nähen könnt!

Hier noch ein paar Hinweise zur Verwendung meines Schnittmusters:

  • Das Schnittmuster ist Onesize – ich schätze, dass das Oversize-Hemd von Größe 36-42 passt. Zur Orientierung: Ich selbst bin 1,72m groß und trage normalerweise Größe 38-40.

  • Wie schon gesagt – ich bin keine gelernte Schnitttechnikerin. Verzeiht mir also, wenn nicht alle Teile super einwandfrei aufeinander passen.

  • Druckt euch am besten das Dokument „Schnittmuster in A4“ aus und öffnet das „Schnittmuster in A0“ nebenher auf eurem PC, damit ihr nichts durcheinander bekommt (Schnittmuster-Seiten sind nämlich nicht nummeriert).

  • Messt nach dem Ausdrucken das Kontrollquadrat auf der ersten Seite nach!

  • Für das Zusammenkleben des Schnittmusters: Ich habe 2 cm Überlappung der Seiten eingestellt – das ist an jeder Ecke markiert (die innerste Markierung).

  • Die Nahtzugabe von 1 cm ist im Schnittmuster enthalten.
  • Und noch eine Bitte: Ich habe das digitale Schnittmuster nur nochmal mit meinem genähten Hemd verglichen, aber nicht ein neues Hemd damit genäht. Wenn euch also noch ein Fehler auffällt, meldet euch bitte bei mir! Genauso wenn ihr irgendwo festhängt und nicht mehr weiterkommt. Schreibt mir am besten per Mail oder auf Instagram.

Ladet euch hier mein Schnittmuster herunter:

Ansonsten benötigt ihr:

  • Stoff (entweder einen 100 x 150cm großen oder mehrere kleinere Stücke, die ihr patchworken könnt) – ich empfehle dickere Stoffe wie Cord, Jeans, Flanell
  • Farblich passendes Garn
  • Stoffschere
  • Stoffklammern und/ oder Stecknadeln
  • Nähmaschine
  • Optional: Overlock
  • Bügeleisen
→ Zeitaufwand: 3 – 4 Stunden
→ Schwierigkeitsgrad: mittel

Und los geht’s! Zuerst einmal schneidet ihr alle Schnittteile aus und versäumt diese entweder mit der Overlock oder einem Saumstich an eurer Nähmaschine. Nochmal zum Prüfen – ihr benötigt:

  • 2 x das Vorderteil (einmal gespiegelt)
  • 1 x das Rückenteil
  • 4 x Ärmel (zwei davon gespiegelt)
  • 2 x Taschen
  • 2 x Taschendeckel
  • 2 x Armbündchen
  • 2 x Kragen
Wir kümmern uns zuerst um die Taschen.
  1. Nehmt das Schnittteil für den Taschendeckel, faltet es rechts auf rechts mittig an der etwas schmaleren Kante und näht die Längsseite zusammen. Wendet das Ganze und bügelt es so, dass die Naht auf einer Seite mittig liegt. Stülpt die Ränder auf beiden Seiten des Taschendeckels um ca. 1 cm nach innen ein und fixiert dies mit einer Stecknadel. Näht dann einmal knappkantig mit einem Geradstich um den gesamten Taschendeckel herum, dass er wie auf dem Bild darunter aussieht.

  2. Nehmt die eigentliche Tasche und bügelt drei Seiten um ca. einen 1 cm nach innen und die Oberseite (eine der schmäleren) um 3 cm nach innen. Näht einmal knappkantig komplett um die Tasche herum.

  3. Bei den Vorderteilen falten wir die Innenseite (also die lange gerade Seite) um 4 cm nach innen um und bügeln diesen Umschlag. Dann wird einmal an der Außenkante und einmal 3,5 cm parallel zur Außenkante von oben nach unten genäht, dass der Umschlag nach innen fixiert ist.

  4. Platziert nun die Tasche 6,5 cm von der Innenseite und 21 cm von oben (mittig auf dem Schnittteil gemessen) auf der Vorderseite. Näht die Tasche an den beiden Seiten und unten an das Vorderteil. 3 cm über dem oberen Rand der Tasche legt ihr den Taschendeckel auf das Vorderteil und näht diesen nur an der oberen Kante an.

  5. Wiederholt das gleiche auch bei der anderen Vorderseite.

Jetzt werden die Vorderteile und das Hinterteil aufeinander genäht.
  1. Dazu die Schnittteile rechts auf rechts aufeinanderlegen und oben an den Schultern zusammennähen.

  2. Anschließend unterhalb der Arm-Ausschnitte zusammennähen und ca. 7 cm, bevor die Kurve des Vorderteils beginnt, vernähen.

  3. Anschließend sowohl bei den beiden Vorderteilen als auch beim Hinterteil die untere Kante um 4 bis 5 cm nach innen falten, festbügeln und -stecken. In den Kurven legt ihr den Stoff innen in Falten, sodass die Rundung von außen erhalten bleibt. Nach oben hin, wo Vorder- und Rückseite zusammengenäht sind, verringert ihr den Umschlag (sh. Foto links).

  4. Diese Umschläge näht ihr dann wieder sowohl knappkantig an der Unterkante sowie an der Oberkante eures Umschlags fest (sh. Foto rechts).

Es geht an die Ärmel!
  1. Näht für jeden Ärmel zwei Ärmel-Schnitteile rechts auf rechts an den beiden langen Kanten aufeinander.

  2. Wendet die Ärmel. Die längere Kante ist die Oberkante (die an der Schulter befestigt wird) und die kürzere Kante wird in der Achsel befestigt.

  3. Nehmt den Hauptteil des Hemds und dreht ihn auf links. Schiebt von innen die Ärmel in die Arm-Ausschnitte, sodass Hauptteil und Ärmel rechts auf rechts aufeinander liegen.

  4. Steckt dann zuerst das obere Nahtende der Ärmel an das Nahtende der Schultern (und bügelt am besten vorher die Nähte auseinander). Das gleiche unten in der Achel.

  5. Beginnt dann von oben – von der Schulter – her auf beiden Seiten, den Ärmel an den Rumpf zu stecken.

  6. Unten sollte der Ärmel jetzt noch größer sein, als der Arm-Ausschnitt. Das ist Absicht, damit die Ärmel zu leichten Puffärmeln werden. Ich habe hier dann den Ärmelstoff unten zu je einer Falte auf beiden Seiten gelegt.

  7. Jetzt könnt ihr den Ärmel mit einem Geradstich rund herum an den Rumpf nähen und das Ganze beim anderen Ärmel wiederholen.

8. Für die Armbündchen faltete ihr die Schnitteile zuerst rechts auf rechts, sodass die beiden schmäleren Kanten aufeinander liegen. Näht hier einmal entlang.

9. Ohne das Ganze zu wenden, schlagt ihr auf beiden Seiten die Ränder um 1 bis 2 cm nach außen um und steppt das knappkantig ab.

10. Jetzt stülpt ihr die Hälfte des Bündchens nach außen um, sodass die beiden gerade genähten Kanten auf einer Seite links auf links aufeinander sind.

11. Jetzt wird’s etwas tricky. Euren Ärmel – der jetzt auf rechts vor euch liegt – schiebt ihr erst einmal an der Oberkante zwischen die beiden Seiten des Bündchens. Der Ärmel sollte mindestens 2 cm innen zwischen den Bündchen stecken. Fixiert das Ganze mit einer Nadel.

12. Steckt dann die Unterkante des Ärmels genau auf der gegenüberliegenden Seite am Bündchen fest.

13. Arbeitet nun wiederum von oben her den Ärmel in das Bündchen ein. Der Ärmelstoff ist wieder viel großer als das Bündchen. Deswegen legt ihr, wenn es Richtung Unterseite geht, wieder auf beiden Seiten jeweils eine Falte, sodass der Ärmel dann sauber im Bündchen liegt.

14. Dann setzt ihr den Fuß eurer Nähmaschine von innen in das Bündchen und näht einmal mit Geradstich rundherum. Achtet darauf, dass beide Seiten des Bündchen mit angenäht sind. Dieser Schritt kann schon mal etwas länger dauern, wenn es am Ende ordentlich aussehen soll.

15. Zum Schluss könnt ihr noch die Außenkante des Bündchens knappkantig absteppen.

Fast geschafft! Fehlt nur noch der Kragen.
  1. Legt zuerst die beiden Kragen-Schnittteile rechts auf rechts aufeinander und näht sie auf drei Seiten – nicht der kürzeren Längsseite zusammen.

  2. Wendet den Kragen und bügelt diesen. Steppt die gerade zusammengenähten Seiten noch knappkantig von außen ab.

  3. Faltet dann den Rand der unteren Öffnung um 1 cm nach innen ein und bügelt den Umschlag fest. Ich habe das dann noch festgenäht, damit der nächste Schritt leichter fiel.

  4. Jetzt wird der Kragen an den Rumpf gesteckt. Beginnt dazu von beiden Seiten mit der oberen Ecke der Innenkante der Vorderteile und legt jeweils ein Ende des Kragens darüber. Der Stoff der Vorderseiten sollte dabei um ca. 1 cm im Kragen verschwinden. Fixiert das Ganze mit Stecknadeln.

  5. Arbeitet euch dann von beiden Seiten her Richtung Mitte des Rückenteils.

  6. In der Mitte des Rückens muss der Stoff wieder in eine oder zwei Falten gelegt werden, um in den Kragen zu passen.

  7. Nun könnt ihr den Kragen an der abgesteckten Kante annähen.

Fertig!

 

Wow! Was ein Marathon – gefühlt habe ich noch nie so lange für einen Blogbeitrag gebraucht. Ich hoffe natürlich, dass ich alles gut verständlich und detailliert erklären konnte und bin auch sehr gespannt auf eure Meinungen zu meinem quasi ersten richtigen Schnittmuster. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei, euer eigenes DIY Vintage-Oversize Hemd zu nähen!

Kommentar verfassen